Infoveranstaltung für Bio-Landwirte

Bio-zertifizierter Kompost, aus der Region für die Region

„Wertvoller Kompost aus der Region für die Region“ unter diesem Motto stand Ende Oktober eine Info-Veranstaltung der Bio-Musterregion Neckar-Odenwald in Kooperation mit der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Neckar-Odenwald-Kreises (AWN) in Buchen.
Regionalmanagerin Ruth Weniger hatte Bio-Landwirte zu einem Vor-Ort-Termin ins Biomassezentrum der AWN eingeladen. Im Neckar-Odenwald-Kreis fallen auf den rund 40 Grüngutplätzen ca. 30.000 Tonnen Grüngut pro Jahr an. Davon wird ungefähr die Hälfte, also rund 15.000 Tonnen, im AWN-Biomassezentrum weiterverarbeitet. Die Erfassung und Verteilung dieses Materials erfolge traditionell in enger Zusammenarbeit mit den Maschinenringen im NOK, informierte Martin Hahn, Leiter der Unternehmenskommunikation bei der AWN.
Die Verarbeitung und Verwertung des Grünguts erklärte Christian Gramlich, der Leiter des Biomassezentrums bei einem Rundgang. Das angelieferte Grüngut wird zunächst mit einem Schredder zerkleinert und dann mittels eines Sternsiebs in verschiedene Fraktionen sortiert.
Grobes und mittleres, holziges Material dient als Brennstoff oder kann in der Pyreg-Anlage zu hochwertiger Pflanzenkohle weiterverarbeitet werden. Diese Pflanzenkohle kann sehr vielfältig, auch in der Landwirtschaft, eingesetzt werden, z.B. bei der Herstellung von Edelkomposten (Terra-Preta), als Futterzusatz oder auch als Stalleinstreu.
Feines Schredder-Material wird zunächst hygienisiert und kann dann unmittelbar als Kompost, z.B. in der Landwirtschaft, eingesetzt werden. Unter kontrollierten aeroben Bedingungen wird ein Teil des Komposts zu wertvollem Nährhumus weiterverarbeitet zum Einsatz im Gemüseanbau, fürs Blumenbeet und für Topfpflanzen.
Die Komposte der AWN sind seit kurzem nach den Richtlinien von Bioland und Naturland zertifiziert und können dem entsprechend in der Bio-Landwirtschaft eingesetzt werden, erläuterte Martin Hahn. Weil ausschließlich Grüngut als Ausgangsmaterial verwendet wird, sind die Komposte der AWN auch praktisch frei von Fremdstoffen. Die hohe Qualität überzeugte die anwesenden Bio-Landwirte. Eingehend diskutiert wurde über die Nährstoffzusammensetzung, Einsatzmöglichkeiten zu verschiedenen Ackerkulturen und Ausbringungszeitpunkte.
„Aus der Region für die Region: Diese wertvollen Komposte aus regionalem Grüngut können und sollen künftig auch auf Flächen von ökologisch wirtschaftenden Betrieben in der Region ausgebracht werden“ resümierte Ruth Weniger und dankte für die interessanten Einblicke im Biomassezentrum. „Der Aufbau von regionalen Wertschöpfungsketten ist zentrales Anliegen der Bio-Musterregionen. Regionale Wertschöpfung ist gut für unsere Umwelt und gut für die Region, deshalb freut es mich, wenn es heute gelungen ist, Produzenten und Abnehmer von Bio-Kompost zusammenzubringen.“
Bio-Landwirte, die sich für den zertifizierten Kompost interessieren, können sich an Christian Gramlich vom AWN-Biomassezentrum wenden (Mobil 0160 95101505).

Bio-Landwirte und Regionalmanagerin Ruth Weniger erhielten im Biomassezentrum beim Rundgang mit Christian Gramlich (links) Einblicke in die Produktion von biozertifiziertem Kompost.

 

Informationen  zum Datenschutz und zum Einsatz von Cookies auf dieser  Seite finden Sie in unserer Datenschutzerklärung