Interessensgemeinschaft Streuobst setzt sich für die Inwertsetzung von Streuobstwiesen und deren Produkte ein

Anfang des Jahres 2021 gründete sich in Ravensburg die Interessensgemeinschaft Streuobst. Sie beschäftigt sich mit der Inwertsetzung von Streuobstwiesen und deren Produkten. Das heißt, sie stellt Kriterien für eine biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung von Streuobstwiesen auf und unterstützt die Vermarktung von verschiedenen Streuobstprodukten. Dabei wird eine breite Produktpalette angestrebt, vom Standard-Streuobstapfelsaft, zu Essigprodukten über Streuobsthonig bis hin zu Streuobstweidefleisch. Die Ideen sind vielfältig. Das Kernteam der Interessensgemeinschaft setzt sich zusammen aus einem Bioland-Imker, einem Bioland-Landwirt mit Streuobst, einer Essigmanufaktur, der Bio-Musterregion Ravensburg, sowie des Landschaftserhaltungsverbands Ravensburg mit der Biodiversitätsstrategie des Landkreises.

Streuobstwiese auf dem Rösslerhof
Wie alles begann

Frank Winterhalter, Imker und Betreiber des Bee-Os Bienenhofs im Landkreis Konstanz, kam im November 2020 mit dem Wunsch zur Inwertsetzung von Streuobstwiesen und deren Produkte sowie der Ermöglichung vielfältiger Kooperationen in diesem Themenfeld, auf Katharina Eckel, Regionalmanagerin der Bio-Musterregion Ravensburg, zu. Frank Winterhalter hält seine Bienen vorwiegend auf Flächen im Landkreis Ravensburg, so unter anderem auf den Streuobstwiesen von Gereon Güldenberg, Bioland-Landwirt und Bewirtschafter des Rösslerhofs bei Schlier. Sowohl Güldenberg als auch Winterhalten liefern ihre Produkte (Streuobst und Honig) an die Adrian Manufaktur in Waldburg, wo daraus feinster Apfel-Honig-Balsam-Essig in Bioland-Qualität hergestellt wird. Die drei Kooperationspartner bildeten daher schnell gemeinsam mit K. Eckel der Bio-Musterregion das Kernteam der Interessensgemeinschaft. K. Eckel holte außerdem den Landschaftserhaltungsverband (LEV) Ravensburg mit der Biodiversitätsstrategie, vertreten durch Moritz Ott und Tobias Hornung ins Boot. Gemeinsam wurde über Möglichkeiten einer Kooperation bzw. der Entwicklung eines Projekts nachgedacht und im weiteren Verlauf auch das Gespräch mit Ulfried Miller vom BUND Ravensburg sowie Hannes Bürckmann von Hochstamm Deutschland gesucht. Gemeinsam soll nun ein Logo kreiert werden, das den Mitgliedern der Interessensgemeinschaft eine Aufpreisvermarktung mit Rückfinanzierung der Erzeugung ermöglicht. Hinter dem Logo sollen eigens aufgestellte Kriterien zur Bewirtschaftung von Streuobstwiesen stehen, an die sich alle Mitglieder halten müssen und entsprechende Transparenz für den Verbraucher schaffen soll. Auch Angebote zur Bio-Sammelzertifizierung sollen geschaffen werden. Hier möchte die Adrian Manufaktur als gutes Beispiel voran gehen.

Blühende Streuobstwiese
Warum Streuobstwiesen?

Da Streuobstbestände ein landschaftsprägender Bestandteil der Kulturlandschaft Bodensee-Oberschwaben sind und sich meist durch eine besonders hohe Biodiversität auszeichnen, gelten Sie als schützenswert. Durch das Zusammenspiel von unterschiedlich alten Bäumen, teilweise mit Höhlungen und einer extensiv genutzten Wiese im Unterwuchs, bieten sie viele unterschiedliche Nischen. Dort können so viele Tier- und Pflanzenarten vorkommen, wie in keinem anderen Ökosystem in Deutschland – Artenschutz auf zwei Stockwerken. Häufig wird jedoch nur der Baum berücksichtigt. Dafür gibt es bereits im Landkreis Ravensburg die Programme „1000 schnittige Obstbäume“ und „Jungbäume für´s Oberland“ der Biodiversitätsstrategie Ravensburg. Da viele Arten aber das ganze Jahr über Nahrung (z.B. Nektar und Pollen) benötigen und nicht nur währen der Obstbaumblüte, sollte auch ganzjährig ein Futterangebot auf der Streuobstwiese vorhanden sein, um die Biodiversität zu erhöhen. Weil viele Streuobstwiesen häufig gemäht und oft gemulcht werden, ist der Blütenreichtum der hiesigen Streuobstwiesen oft verringert. Die Unternutzung sollte daher im Sinne der Biodiversität stattfinden.



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