Im Mittelpunkt des Abends stand die Frage, wie Frauen in der Landwirtschaft sichtbarer werden, ihre Interessen stärken und sich im Alltag besser unterstützen können.
Anlass war das Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft 2026, das die Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft stärker in den Blick rückt. So betonte auch Gastgeberin Marion Bohner in ihrer Begrüßung: „Wir wollen zeigen, wie vielfältig die Arbeit von Frauen in der Landwirtschaft ist, und einen Ort schaffen, an dem wir offen über unsere Erfahrungen, Herausforderungen und Ideen sprechen können. Wenn wir uns gegenseitig unterstützen, profitieren nicht nur wir selbst, sondern unsere gesamten Betriebe und ländlichen Räume.“
Nach den Grußworten von Ministerialdirektorin Isabel Kling und Martina Braun MdL (Grüne) gab Gunda Rosenauer, Professorin für Sozialwissenschaften an der Hochschule in Ludwigsburg, den inhaltlichen Impuls des Abends. Unter dem Titel „Frauensolidarität – Gemeinsam sind wir stärker!“ setzte sie sich mit Vorurteilen über Konkurrenz und Spannungen unter Frauen auseinander und zeigte anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse und historischer Beispiele, welche Kraft gemeinsames Handeln entfalten kann.
Ob Frauenwahlrecht, die Bürgerrechtsbewegung um Rosa Parks oder erfolgreiche Protestbewegungen von Frauen in verschiedenen Ländern: Immer wieder habe sich gezeigt, dass gesellschaftliche Veränderungen möglich werden, wenn Frauen sich zusammenschließen und solidarisch handeln. Zugleich sprach Rosenauer über Herausforderungen im Alltag – etwa gegenseitige Abwertung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, finanzielle Absicherung und die häufig unsichtbare Arbeit von Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben.
Bei einem gemeinsamen Vesper mit Dinnete der Biolandbäckerei Müller und Getränken konnten die Teilnehmerinnen in lockerer Runde über das Gehörte ins Gespräch kommen und sich über ihre Erfahrungen austauschen. Sie diskutierten in passender Kulisse an einer langen Tafel mitten im Kuhstall über betriebliche Herausforderungen, soziale und politische Rahmenbedingungen sowie über Wege, die Arbeit von Frauen in der Landwirtschaft stärker sichtbar zu machen.
Die Veranstaltung machte deutlich: Frauensolidarität beginnt im Kleinen, im persönlichen Austausch, in gegenseitiger Unterstützung und in gemeinsamen Initiativen – und kann von dort aus wachsen, Netzwerke stärken und nachhaltige Veränderungen in Landwirtschaft und Gesellschaft anstoßen.