Seit fünf Jahren schlägt die Hohenloher Lebensmittelschule erfolgreich eine Brücke zwischen bäuerlicher Landwirtschaft und guter Küche. Jetzt hat die Initiative der Landkreise Schwäbisch Hall und Hohenlohe in Kooperation mit der Bio-Musterregion Hohenlohe, dem Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA sowie den KreisLandFrauen Schwäbisch Hall auf dem Biohof Stapf in Wittighausen/Untermünkheim das Jubiläum gefeiert.
Dem Anlass entsprechend festlich weiß eingedeckte, mit Sonnenblumen geschmückte Tische und ein Buffet hat das Arbeitsteam der Hohenloher Lebensmittelschule auf einer Streuobstwiese des Biohofs Stapf aufgebaut. Eva-Maria Kötter vom Landratsamt Hohenlohekreis und Tamara Rogalski von der Bio-Musterregion Hohenlohe heißen in einer launigen Moderation mit erfrischender Birne-Träuble-Schorle die Gäste willkommen. Grußworte sprechen Friedlinde Gurr-Hirsch, Vorsitzende der Bürgerinitiative Pro Region Heilbronn-Franken und Schirmherrin der Hohenloher Lebensmittelschule sowie für die beiden Landkreise Ian Schölzel, Landrat des Hohenlohekreises. Weitere Teilnehmende sind Rudolf Bühler, dessen Stiftung Haus der Bauern Träger der Bio-Musterregion Hohenlohe ist, zahlreiche Vertreterinnen der KreisLandFrauen Hohenlohe sowie die Initiatorin der Hohenloher Lebensmittelschule Adelheid Andruschkewitsch und ihr Mann Jürgen, Bio Spitzenkoch, der die Workshops mit den Auszubildenden leitet.
Ziel der Lebensmittelschule ist es, traditionelles Handwerk, moderne Kochkunst und regionale Bio-Lebensmittel miteinander zu verbinden. Im Mittelpunkt stehen das praktische Erleben, der fachliche Austausch und die Vernetzung mit Gleichgesinnten und erfahrenen Bio-Köchinnen und -Köchen. Die Lebensmittelschule richtet sich an Auszubildende aus Hotellerie, Gastronomie und Hauswirtschaft und bietet eine überbetriebliche Weiterbildung . Der Workshop gliedert sich in zwei Teile: Am Vormittag besuchen die Teilnehmenden einen Bio-Betrieb oder -Verarbeiter – am heutigen Tag den Biohof Stapf; am Nachmittag findet ein Kochkurs mit den entsprechenden Bio-Lebensmitteln statt – am heutigen Tag mit roten und schwarzen Johannisbeeren.
„In den fünf Jahren haben wir 26 Veranstaltungen durchgeführt, 17 richteten sich an Auszubildende“, macht Eva-Maria Kötter deutlich. Seit dem Jahr 2023 bietet man durch die Zusammenarbeit mit den KreisLandFrauen Schwäbisch Hall zudem Veranstaltungen für Verbraucherinnen und Verbraucher an. Insgesamt 17 Betriebe haben in den Jahren ihre Hoftore für die Initiative geöffnet. Bei manchen Betrieben fanden schon mehrere Veranstaltungen statt. Die stolze Bilanz: „Knapp 500 Personen hat die Hohenloher Lebensmittelschule mit ihren Veranstaltungen bisher erreicht.“
Die DEHOGA sehe in der Hohenloher Lebensmittelschule eine willkommene Ergänzung zum Ausbildungsplan, sagt Dieter Schultheiß vom Bürgerstüble in Pfedelbach. Er betont die Chancen für Auszubildende: „Hier lernen sie, was wir in kleinen Betrieben nicht leisten können, etwa das Zerlegen von ganzen Tieren.“ Sein Lehrling komme immer begeistert von den Workshops zurück und sei sehr motiviert. Auch Gerlinde Michelfelder von den KreisLandFrauen ist voll des Lobes. „Die Projekttage kommen sehr gut an, wir haben 40 bis 90 Anfragen auf Ausschreibungen, können aber leider immer nur eine begrenzte Anzahl mitnehmen“, berichtet sie und setzt augenzwinkernd hinzu: „Auch Männer sind dabei.“
„Die Hohenloher Lebensmittelschule ist ein sinnliches Erlebnis“, leitet Tamara Rogalski, Regionalmanagerin der Bio-Musterregion Hohenlohe, auf den kulinarischen Teil des Nachmittags über: „Es geht in erster Linie um Fühlen, Riechen und Schmecken.“ Nach dem Motto von Landwirt und Hausherr David Stapf („Gute Verarbeitung ist so wichtig wie gute Lebensmittel“) haben die Auszubildenden feine Speisen mit selbst geernteten Johannisbeeren zubereitet, die sie mit einigem Stolz anbieten: Johannisbeerkaltschale, Nudelsalat mit gegrillten Zucchini, Feta und roten Johannisbeeren, gebratene Hähnchenbrust auf Dinkelbaguette mit Johannisbeersalsa, Flockenfrikadellen mit Johannisbeer-Barbecue-Soße sowie geschmorte Schweinbäckchen in schwarzer Johannisbeersoße. Den süßen Abschluss bilden Quarkcreme mit Rosenblüten, eine mit Rosenzucker karamellisierte Apfeltarte – und natürlich frische Johannisbeeren vom Bio-Beerenhof Stapf.
Das Arbeitsteam der
Hohenloher Lebensmittelschule v.l.n.r.:
Frauke Roller, Landratsamt Schwäbisch Hall, Tamara Rogalski, Bio Musterregion, Eva-Maria Kötter, Landratsamt Hohenlohekreis,
Adelheid Andruschkewitsch, Initiatorin, Gerlinde Michelfelder und Christa Schumacher, KreisLandfrauen Schwäbisch Hall, Jürgen
Andruschkewitsch, Bio Spitzenkoch, Iris Roski, Landratsamt Hohenlohekreis, Marina Pfizenmaier, Akademie für Landbau und
Hauswirtschaft, Kupferzell