Bio-Musterregion belebt Freiburger Setzlingsmarkt neu

Nach fünf Jahren Pause ist es endlich so weit: Am 10. Mai kehrt der Setzlingsmarkt beim Mundenhof in Freiburg zurück. Von 10 bis 16 Uhr entsteht hier ein kleines Paradies für Hobbygärtnerinnen und –gärtner, die aus einem vielfältigen Angebot Gemüse-Jungpflanzen,Kräuter, Stauden und Saatgut auswählen können – alles aus regionaler, meist ökologischer Produktion.

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Organisiert wird der Markt von der Bio-Musterregion Freiburg, die damit eine Tradition fortführt, die viele bereits aus den Jahren 2013 bis 2021 kennen. Damals veranstaltete die Schweizer Stiftung ProSpecieRara den beliebten Pflanzenmarkt, bevor sie sich aus Deutschland zurückzog. Jetzt soll die Veranstaltung wieder aufblühen – nachhaltig, vielfältig und mit viel Liebe zur regionalenPflanzenwelt. Iris Förster, die für die Organisation verantwortlich ist, sprach im Vorfeld mit Johanna Leister, Regionalmanagerin der Bio-Musterregion Freiburg und Carolin Urban vom Kräutergarten Urban über die Idee hinter dem Markt, Sortenvielfalt und die Freude am Gärtnern.


Carolin, was ist für dich das Besondere am Setzlingsmarkt?
Das schöne ist, hier vor Ort eine Veranstaltung zu haben und gemeinsam mit den Kollegen da zu sein. Es ist einfach besonders, wenn es den einen Ort und Termin gibt, an dem Menschen alles bekommen können, was sie für ihren Garten oder Balkon an Pflanzen brauchen.
Wie vermarktest du deine Pflanzen sonst?
Ich bin auf verschiedenen Märkten bis nach Basel unterwegs und vermarkte auch viel online. Außerdem kann man an bestimmten Tagen vor Ort hier in Wyhl Setzlinge kaufen.
Johanna, warum organisiert die Bio-Musterregion Freiburg diesen Setzlingsmarkt?
Als Bio-Musterregion haben wir bei Gärtnereien in der Region nachgefragt, wie wir sie unterstützen und den Menschen Lust auf das regionale Angebot machen können. Da kam schnell die Idee, den früheren Setzlingsmarkt wiederzubeleben – als Plattform, um die Vielfalt unserer regionalen Anbieterinnen und Anbieter sichtbar und verfügbar zu machen.
Wo ist die Bio-Musterregion sonst noch aktiv?
Wir fördern den Ökolandbau auf vielen Ebenen entlang der Wertschöpfungskette. In Großküchen unterstützen wir zum Beispiel dabei, mehr bio-regionale Produkte einzusetzen und machen auf die Vielfalt der regionalen Erzeugerinnen und Erzeuger aufmerksam. Außerdem vernetzen wir Betriebe miteinander und organisieren Workshops – aktuell sind wir etwa beim großen Projekt KANNtine beteiligt. Gleichzeitig möchten wir auch Endverbraucherinnen und Endverbraucher sensibilisieren: Wir laden zu Betriebsbesichtigungen ein, ermöglichen Einblicke in die ökologische Landwirtschaft und möchten so das gegenseitige Verständnis zwischen Produzierenden und Konsumierenden stärken. Ein besonderes Angebot für alle ist unser Bio-Päckle - ein Paket, das man gut verschenken oder natürlich auch selbst genießen kann. Erhältlich ist es über die Regionalwert Frischekiste.
Carolin, was unterscheidet die Pflanzen, die auf dem Setzlingsmarkt angeboten werden, von denen die man z.B. im Gartencenter kaufen kann?
Das besondere fängt schon beim Saatgut an, das meist samenfest ist. Aus diesem Saatgut ziehen die Gärtnereien dann selbst ihre Pflanzen an. Ich verwende ausschließlich torffreie Erde dafür. Es gibt zwar auch im Baumarkt Bio-Ware, aber die kommt in der Regel von riesigen Betrieben anderswo und es handelt sich meist um Hybridsorten. Durch die Unterstützung verschiedener regionaler Anbieter kann auch die Vielfalt des Angebots erhalten bleiben, denn große Betriebe setzen meist nur auf wenige marktgängige und rentable Sorten. Echte Raritäten findet man dort nicht.
Welche Arbeiten stehen jetzt an, damit im Mai die Setzlinge gekauft und gepflanzt werden können?
Also ich habe einige Arten wie Paprika, Chilis, Physalis und Auberginen bereits ausgesät. Die haben eine lange Vegetationszeit und brauchen zum Keimen viel Wärme – deswegen stehen sie auch noch geschützt im Haus. Aber der Großteil folgt jetzt in den nächsten Wochen und wird dann hier im Gewächshaus und im Freiland aufgezogen und abgehärtet.
Johanna, warum lohnt sich aus deiner Sicht ein Besuch auf dem Setzlingsmarkt?
Der Setzlingsmarkt bietet nicht nur eine große Auswahl an Jungpflanzen und Saatgut, sondern auch jede Menge Wissen und Inspiration direkt von den Gärtnerinnen und Gärtnern aus der Region. Wer Fragen zu Sorten, Pflege oder Kombinationen hat, bekommt hier wertvolle Tipps aus erster Hand. Außerdem findet am selben Tag der Markt für Morgen auf dem Mundenhof statt – eine perfekte Gelegenheit für einen kombinierten Sonntagsausflug. Zwischen Pflanzenvielfalt, regionalen Spezialitäten, Musik und Kinderprogramm lässt sich der Frühling in Freiburg so richtig genießen.