Mehr regionale Bio-Produkte in der Gemeinschaftsverpflegung

Vernetzung In einem Workshop der Initiative „BioBitte“ tauschten sich Erzeuger von Bio-Produkten, Handel und öffentliche Küchen in der Bio-Musterregion Hohenlohe aus. Ziel war, den Anteil der ökologisch produzierten Lebensmittel zu erhöhen. Von Thorsten Hiller

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Tag für Tag werden in Kitas, Schulen, Kliniken und Kantinen in Deutschland rund 40 Millionen Mahlzeiten ausgegeben. Diese können weit mehr bewirken, als nur satt zu machen. Werden in öffentlichen Küchen Lebensmittel eingesetzt, die Umwelt und Artenvielfalt schonen und zugleich eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft fördern, profitieren alle: die Gäste, die Einrichtungen und nicht zuletzt das Klima. Genau hier setzt die bundesweite Initiative BioBitte an. Sie unterstützt öffentliche Einrichtungen dabei, den Anteil biologisch erzeugter Produkte zu erhöhen und damit ein deutliches Zeichen für nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung zu setzen.

In Kooperation mit der Bio-Musterregion Hohenlohe fand am 11.11.2025 ein BioBitte-Vernetzungsworkshop auf Schloss Kirchberg statt, bei dem Erzeugerinnen und Erzeuger, der Handel sowie Großküchen beziehungsweise Kantinen als Abnehmer über die Möglichkeiten diskutierten, mehr Bio in der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) zu etablieren.

Der Workshop vermittelte den über 50 Teilnehmenden praxisnahe Informationen zum Einsatz von Bio-Produkten in der öffentlichen Gemeinschaftsgastronomie. Da zahlreiche Vertreter von Politik, Erzeugern, Verarbeitern, Handel und öffentlichen Küchen bzw. Catering-Unternehmen nach Kirchberg gekommen

waren, stand der Austausch und das Knüpfen neuer Kontakte im Vordergrund.

In Impulsvorträgen wurden die Chancen regionaler Wirtschaftskreisläufe sowie Strategien zur Umsetzung von mehr Bio in der AHV beleuchtet. In zwei Foren diskutierten die Gäste über die Themen „Wie gelingt es, Bio-Kriterien in Vergabeverfahren zu verankern?” und „Wie gelingen bioregionale Wertschöpfungsketten?”.

Die Akteure stellten fest, dass in der Bio-Musterregion Hohenlohe optimale Bedingungen für regionale Wertschöpfungsketten vorliegen. Das Angebot an Obst, Gemüse, Fleisch und Molkereiprodukten in Bio-Qualität sei in der Region stimmig. In der Diskussion war zu hören: „Bio scheitert oft am Wollen, nicht am Preis oder der Verfügbarkeit.“ Den Küchen mangele es häufig an Wissen darüber, wo sie die entsprechenden Produkte ordern können. Um den Anteil gesunder Bio-Lebensmittel weiter zu erhöhen, soll an einer besseren Vernetzung zwischen Produzenten und Verwertern gearbeitet werden.

Die Bio-Musterregion Hohenlohe, deren Förderzusage bis Mitte 2028 verlängert wurde, wird von der Stiftung Haus der Bauern getragen. Regionalmanagerin Tamara Rogalski unterstützt die ansässigen Betriebe in den beiden Landkreisen Schwäbisch Hall und Hohenlohe dabei, ihr Marktpotenzial auszuschöpfen. Zu diesem Zweck vernetzt sie Landwirte, handwerkliche Verarbeiter, regionale Vermarkter und Verbraucherinnen und Verbraucher vor Ort miteinander.

 

Info:

BioBitte ist eine Initiative für mehr Bio in öffentlichen Küchen. Sie wird im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL) umgesetzt. Mit ihren Angeboten unterstützt BioBitte Akteure aus Politik, Verwaltung und Praxis dabei, den Anteil ökologisch erzeugter Produkte in der öffentlichen Verpflegung zu erhöhen.

www.bio-bitte.info