Worin liegt der Unterschied zwischen kaltgepressten und raffinierten Ölen? Welches regionale Öl kann Olivenöl ersetzen? Im Foyer des Kreisklinikums Crailsheim haben Mitarbeiterinnen der Bio-Musterregion (BMR) Hohenlohe und des Fachbereichs Ernährung, Haushaltsökonomie, Fachschule in Teilzeitform vom Landratsamt Schwäbisch Hall-Landwirtschaftsamt Ilshofen im Klinikum Crailsheim im Rahmen der landesweiten Ernährungstage über die regionale Ölvielfalt informiert.
„Wir konzentrieren uns auf regionale Öle, die man in Crailsheim und Umgebung kaufen kann“, sagt Tamara Rogalski von der BMR Hohenlohe. Auf dem Tisch hat die Regionalmanagerin Bio-Sonnenblumenöl und Bio-Bratöl der OBEG Hohenlohe sowie Bio-Leindotteröl vom Hof Scheidel in Wachbach ausgestellt. Interessierte können bei Fachbereichsleiterin Birgit Förster und ihrer Kollegin Anette Jäger-Dörr zudem regionale Öle wie Leinöl, Rapsöl, Mohnöl oder Kürbiskernöl verkosten. Rezepte, Infos zur Hohenloher Lebensmittelschule und zur BMR Hohenlohe liegen zum Mitnehmen bereit. Bei einem Quiz können die Teilnehmenden einen Korb mit regionalen Bio-Spezialitäten und Bio-Sterne-Produkten der BMR Hohenlohe gewinnen.
Der Ort der interaktiven Ausstellung ist nicht zufällig gewählt. Das Kreisklinikum Crailsheim nimmt teil an einem Modellprojekt des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) in Zusammenarbeit mit der BMR Hohenlohe, der Bäuerlichen-Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall und weiteren regionalen Anbietern von Bio-Lebensmitteln. Tamara Rogalski erklärt: „Ziel ist, den Anteil regionaler und bioregionaler Lebensmittel in Kantinen von Kliniken zu erhöhen.“ Am Klinikum bezieht man bereits Bio-Fleisch und Bio-Wurstwaren von der Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall – eine vorbildliche Kooperation, die von Gründer und Vorsitzendem Rudolf Bühler gemeinsam mit Klinikdirektor Werner Schmidt initiiert wurde. Zudem besteht zwischen dem MLR und der BMR Hohenlohe – gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern, den Landkreisen Schwäbisch Hall und Hohenlohekreis – eine Zielvereinbarung, die vorsieht, dass Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung in Trägerschaft der beiden Landkreise sowie deren Kommunen bis Ende 2030 schrittweise den Einsatz von mindestens 40 Prozent Bio-Lebensmitteln anstreben.
Ein Vorhaben mit Breitenwirkung: In der Klinikküche werden bis zu 1000 Essen täglich frisch für Patienten, Beschäftigte, Schüler und Kinder in den Betreuungseinrichtungen der Stadt Crailsheim sowie für Essen auf Rädern gekocht. In der Klinikkantine informieren kleine Tischaufsteller über den Einsatz von Kürbiskernöl oder Mohnöl in der Küche und im Haushalt. Auf der Tageskarte stehen, passend zum Anlass, Linguine in Öl mit karamellisierten Zwiebeln und Walnüssen.
Die Besucher - vor allem sind es Besucherinnen – informieren sich gerne. Wie setze ich Leinöl in der Küche ein, fragt eine Besucherin. Fachfrau Birgit Förster weiß Rat: „Sie können es etwa ins Joghurt rühren oder auch für das Salatdressing einsetzen.“ Aufgrund der vielen ungesättigten Fettsäuren, erklärt sie, ist Leinöl besonders wertvoll und gesund. Besucherin Petra Ebert muss gar nicht erst überzeugt werden: „Alle diese Öle schmecken gut“, sagt sie: „Ich unterstütze ohnehin regionale Produkte.“
Zum Schluss noch die Antworten zu den Eingangsfragen: Kaltgepresste Öle sollten in der kalten Küche, raffinierte Öle beim Kochen eingesetzt werden. Und regionales Rapsöl kann Olivenöl prima ersetzen.
