Beim Käse- und Genussmarkt im Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen sind zum siebten Mal Erzeugnisse von Bio-Betrieben mit Hohenloher Bio-Sternen ausgezeichnet worden. „Mehr als 30 Betriebe und mehr als 300 Produkte tragen nun dieses Label, das die Bio-Musteregion Hohenlohe alljährlich vergibt“, freute sich Regionalmanagerin Tamara Rogalski über den Zuspruch.
Auch die prominente Besetzung der Grußworte-Gebenden machte die Bedeutung der Hohenloher Bio-Sterne im Land deutlich. Martin Ries, Referatsleiter Ökologischer Landbau Ministerium für Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz, würdigte Regionalität als Spiegel des Genusses der Region und motivierte das Publikum: „Kaufen Sie ein, was die Betriebe produzieren.“ Er sei neugierig auf die Geschichten, die hinter den Menschen und den Produkten stehen.
Michael Happe, Museumsleiter Hohenloher Freilandmuseum, umriss mit einem Rückblick auf Handwerk und Landwirtschaft früher und heute die vielen Anknüpfungspunkte zwischen Museum und Bio-Musterregion Hohenlohe. Aus gutem Grund: „Hier ist die Keimzelle des bio-dynamischen und bio-organischen Anbaus in Deutschland“, betonte der Museumsleiter.
Für Lea Geldner, Grüne Landtagsabgeordnete, gehören Qualität und Region Hohenlohe zusammen: „Die Bio-Sterne machen sichtbar, was oft nicht gesehen wird.“ Bio sei auch in Krisenzeiten eine Wachstumsbranche. Sie freue sich, dass Grüne und CDU das Biodiversitätsstärkungsgesetz und die Bio-Musterregionen im neuen Koalitionsvertrag verankert haben.
Auf die engagierten Ziele der alten wie der neuen Landesregierung hob Isabell Rathgeb, CDU-Landtagsabgeordnete, in ihrer Rede ab: „Bis zum Jahr 2030 haben wir uns zum Ziel gesetzt, auf 30 bis 40 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in ökologischer Bewirtschaftung zu kommen.“ Sie danke den ausgezeichneten Betrieben für Durchhaltevermögen und Engagement.
Wie vielfältig Bio-Landwirtschaft in Hohenlohe ist, machen die neuen Bio-Sterne deutlich. Florian Hertweck von Hochholz Hanf aus Ingelfingen erhielt die Auszeichnung für Hanföl kaltgepresst. Caroline von Wistinghausen-Noz vom Brunnenhof in Mäusdorf, Mitglied der zwölfköpfigen Jury und selbst Bio-Sterne-Trägerin, würdigte den Betrieb: „Er zeigt, wie innovativ und bodenständig regionale Bio-Landwirtschaft sein kann.“ Von der Aussaat über Ernte, Trocknung, Vorreinigung bis zum Pressen der Samen erfolge alles auf dem eigenen Hof und in kleinen Mengen.
Als „außergewöhnliches Projekt, das Geduld, Standortwissen, Biodiversität und kulinarische Qualität miteinander verbindet“ lobte Wistinghausen-Noz den Jagsttaler Trüffelanbau von Gerold Prümmer. Der Landwirt habe bereits 2016 auf einer Ackerfläche am Hang über 1000 Bäume gepflanzt, die mit Burgundertrüffel mykorrhiziert, quasi „infiziert“ sind; ergänzend wurden 140 Bäume mit Perigordtrüffel eingebracht. Dafür brauche es einen langen Atem: „Trüffelanbau ist kein kurzfristiges Projekt, sondern eine Entscheidung für die Zukunft.“
Beim Stichwort Nachhaltigkeit denken die meisten an Lebensmittel, Bekleidung, Mobilität. Das will die Slowflower-Bewegung ändern. Chantal Remmert, die auf ihrem Betrieb Erna Primula Bio-Blumen und -Saatgut erzeugt, ist eine der Pionierinnen in Deutschland. Die Landschaftsarchitektin und Betreiberin einer Gärtnerei in Schwäbisch Hall hat sich 2018 entschieden, nur noch regionale, saisonale Blumen anzubauen, ohne Unkrautvernichtungsmittel. Auch beim Arrangieren und Einpacken der Sträuße achtet sie auf Nachhaltigkeit. „Diese Produkte verbinden Schönheit, Natur und Nachhaltigkeit“, lobte Regionalmanagerin Tamara Rogalski, „und ein Genuss für die Nase.“
Einen neuen Hohenloher Bio-Stern gab es für Anja Frey, die auf ihrem Demeter-Hof in Oberrot die Blütenmischung Sommerliebe anbaut. „Ein toller Lebensraum für Insekten“, sagte Tamara Rogalski. Zudem werde hier alles von Hand geerntet. Die Blütenmischung verleiht im übrigen dem Käse Blütenfee der für diverse Produktergänzungen ausgezeichneten Dorfkäserei Geifertshofen seinen unverwechselbaren Geschmack. Ganz im Sinne der Regionalmanagerin: „Das ist ein gelungenes Beispiel für Wertschöpfungsketten in der Bio-Musterregion Hohenlohe.“
Wie gut die ausgezeichneten Hohenloher Bio-Sterne-Produkte schmecken, davon konnten sich die Gäste im Anschluss bei einer kleinen Verkostung überzeugen. Mit dabei waren auch die Demeter-Linsen vom Sonnenhof Wolpertshausen, die in diesem Jahr als Produktergänzung ausgezeichnet wurden. (4600 Zeichen)
Neue Hohenloher Bio-Sterne
Demeter-Hof Anja Frey, Oberrot
Blütenmischung – Sommerliebe
Erna Primula, Schwäbisch Hall
Bio-Blumensträuße und Bio-Saatgut
Hochholz Hanf, Ingelfingen
Hanföl kaltgepresst
Jagsttaler Trüffelanbau, Mulfingen-Eberbach
Burgundertrüffel und Perigordtrüffel
Produktergänzungen
biobiss, Frankenhardt
Hohenloher Bio-Flammkuchen mit Schinken-Speck und Schmand
Dorfkäserei Geifertshofem, Bühlerzell-Geifertshofen
Blütenfee, Grill- und Pfannenkäse Natur, Grill- und Pfannenkäse mariniert
Krimmers Backstub‘, Untermünkheim
Kürbiskernbrot bio, Pumpernickel bio, Roggenvollkornbrot freigeschoben bio, Schwarzbrot bio, Kleingebäck (Brezeln bio,
Brötchen bio, Dinkelseelen bio, Emmer-Dinkele bio, Saatenbrötchen bio, Vollkornbrötchen bio, Laugenbrötchen bio,
Laugenmäuse bio, Kochertaler bio)
Sonnenhof Wolpertshausen
Demeter Sonnenhof Bio-Linsen