Piluweri: Gemüsebau auf drei Säulen der Biodiversität
Erste Station war die Demeter-Gärtnerei Piluweri. Die Gemüsegärtner Fabian und Horst führten die Gruppe durch den Betrieb, der rund 3.000 Personen via Abokisten sowie Gastronomie, Kita und Großhandel mit Gemüse versorgt. Neben Gemüse setzt der Hof auf Saatgutvermehrung und eigene Jungpflanzenanzucht. Ein strenger Kreislauf mit Kompost statt Pestiziden, eine dreijährige Fruchtfolge und zwei Jahre Brache halten die Böden fruchtbar.
Beim Spaziergang durch die Gurkenwälder, Über Felder mit Hecken und Blühstreifen und durch die Verpackungs- und Kühlräume erklärte Fabian die drei Säulen der Biodiversität und die Umsetzung dieser in der demeter Gärtnerei Piluweri:
Artenvielfalt: Sichtbar durch die enorme Kulturpflanzenvielfalt und maßgeschneiderte Blühstreifen, die gezielt Nützlinge
anlocken und Schädlinge fernhalten.
Genetische Vielfalt: Gefördert durch die Vielfalt der Sorten. Piluweri züchtet auch selbst neue Sorten, lehnt dabei aber Patente
auf Sorten ab – diese sollen Allgemeingut bleiben und werden nur über den Sortenschutz abgesichert.
Ökosystemvielfalt: Das Zusammenspiel von Äckern, Hecken, Bäumen und Gewässergräben sichert die Interaktion mit der
Umwelt und dient der Klimaregulation auf dem Betrieb.
Ein Mittagessen mit hofeigenem Gemüse und die Möglichkeit des Einkaufens im Hofladen rundete den Besuch geschmackvoll ab.
Obstbau Brenneisen: Anpassung an den Klimawandel
Nach dem Besuch bei Piluweri zog die Gruppe weiter zum Demeter-Obstbaubetrieb von Christoph Brenneisen, der den Hof derzeit allein führt und eine Nachfolge sucht. Auf 16 Hektar baut er 20 Apfelsorten im Spaliersystem, Zwetschgen, Birnen und Wein an und nutzt weitere Flächen für Versuchsanbau mit Feigen und Beeren. Da der Betrieb ohne künstliche Bewässerung auskommt, hält Brenneisen den Boden durch den gezielten Einsatz von Mulch und Kompost feucht. Ergänzend produziert er seit Kurzem biozyklisch-vegane Humuserde aus Grün- und Astschnitt sowie Ausschussware. Diese „goldene Erde“ versorgt die Pflanzen nachhaltig und langfristig mit Nährstoffen. Trotz der zunehmenden Herausforderungen in der Landwirtschaft positioniert sich Christoph Brenneisen nach wie vor strikt gegen Gentechnik. Eindringlich schilderte er zudem die spürbaren Folgen des Klimawandels: Durch die steigenden Temperaturen setzen die Bäume immer früher Blüten an – was das Risiko starker Ernteausfälle durch Spätfröste massiv erhöht.
Trotz der großen Hitze war das Interesse der Teilnehmenden hoch und die Führungen auf den beiden Betrieben sehr gelungen. Der Tag fand bei einer erfrischenden Saftverkostung auf dem Hof Brenneisen seinen Abschluss. Die Exkursion bewies eindrücklich, dass Biodiversität durch vorausschauende Kreislaufwirtschaft und aktiven Bodenschutz in der Region bereits erfolgreich gelebt wird.