Page 54 - Biolaendle_2024
P. 54
Kartoffeln
„Bio auch im größeren Stil
einzusetzen ist möglich, wenn
die richtigen Leute zusammen-
kommen. Dabei helfen wir
auch gerne.“
Hilde Straub, Regionalmanagerin
der Bio-Musterregion Biberach
war heißt es in Württemberg ja so Hier, in der Region Biberach, sind in-
schön: „Lachen ist die beste Medi- zwischen auch Großküchen wie die in der
Z zin. Oder halt Spätzle.“ Aber auch St. Elisabeth-Stiftung in Heggbach dabei,
die Kartoffel steht in Ehren, macht gute Bio-Kartoffeln im größeren Stil einzuset-
Laune und satt. Was wären Feuerwehr-, zen. Die zentrale Frage dabei lautet aller-
Schul- oder Richtfeste ohne Kartoffelsa- dings: Wer kann konstant eine dreistellige
lat? Hart an der Grenze zu Bayern liegt Kilozahl in Bio-Qualität liefern, idealerwei-
wohl ein Epizentrum dieses Klassikers … se aus der Region? Dazu kommt, dass die
Knollen bestenfalls auch noch küchenfer-
tig sein müssten. Doch welcher Bio-Land-
wirt hat dazu schon die Möglichkeit? Scha-
de eigentlich. Die Nachfrage ist da, das
Angebot auch. Nur der Zwischenschritt
fehlt. Ein Glück: In der Bio-Musterregion
Biberach konnte diese Lücke nun erfolg-
reich geschlossen werden. Doch fangen
wir unsere Kartoffelgeschichte am besten
vorne an – bei der Knolle und demjenigen,
der sie aus den fruchtbaren Äckern der Ge-
gend herausholt …
Genauer gesagt bei Simon Willburger
aus Erolzheim. Kartoffeln sind sein Kern-
geschäft. Um die 20 Mitarbeiter schaffen
bei der Ernte auf Acker und Hof. Die Will-
burger Hofgeschichte beginnt im 19. Jahr-
hundert mit Schweinen und Milchkühen
und endete beinahe vor 30 Jahren, als
Simons Vater eine Lebenskrise hatte, die
klassische Landwirtschaft einstellte und
auf dem Hof psychisch Kranken Arbeit
und Chance gab. Als der Sohn dann im
Jahr 2016 den Hof übernahm, baute dieser
sukzessive die Landwirtschaft wieder auf.
„Landwirtschaft war schon immer mein Traum“, sagt Landwirt Simon Willburger. Das Grün auf
dem Feld ist übrigens Beikraut. Die Kartoffel ist bereits abgereift und kurz vor der Ernte. Das Heute ist der Hof 50 Hektar groß, davon
Beikraut schützt in diesem Stadium den Boden vor Erosion und Witterungseinflüssen und liefert sind zehn für Kartoffeln reserviert, weitere
einen Beitrag zu mehr Biodiversität
30 für Gemüse, der Rest sind Zwischen-
54